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Wasserhaushalt in Steillagen

Die Prognosen regionaler Klimamodelle zeigen, dass im Zeitraum von 2041-2070 im Vergleich zu 1971-2000 in den hessischen Weinbauregionen im Winter mit einer Zunahme der Niederschläge von 30 % - 40 % zu rechnen ist. Dagegen wird für die Sommermonate, während der Vegetationsphase der Reben, eine Abnahme von etwa 10 % - 20 % vorhergesagt.
Mit einem Wasserhaushaltsmodell für Rebstandorte und Klimaprojektionen verschiedener regionaler Klimamodelle wurde eine Risikoabschätzung für zwei in ihrer Wasserhaltefähigkeit stark variierende Steillagen im Rheingau durchgeführt. Für eine trockene Lage an der Burgruine Ehrenfels im Rüdesheimer Schlossberg (obere Abbildung) mit einer Hangneigung von 70 % (35°) und einem durchschnittlichen Speichervermögen von 75 mm (75 L/m²) frei-verfügbarem Wasser sowie für eine Lage auf tiefgründigem Lößlehmboden unterhalb des Johannisberger Schlosses (untere Abbildung) mit einer Steigung von 36 % (20°) und einem hohen Anteil an frei-verfügbarem Wasser von 175 mm (175 L/m²).
Die Ergebnisse legen nahe, dass besonders für den trockenen Standort Wassermangelsituationen in Zukunft häufiger auftreten können. Diese Entwicklung könnte auch von einer Zunahme der Variabilität von Jahr zu Jahr begleitet werden. Die Weinbaupraxis könnte vor der Herausforderung stehen, sich auf eine starke Zunahme sehr trockener Jahre bei einem vergleichsweise geringen Rückgang feuchter oder feucht-normaler Jahre einzustellen.

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