Basierend auf Daten eines regionalen Klimamodells (WETTREG/ECHAM4, 2004) wurde der mögliche Einfluss des Klimawandels auf verschiedene weinbaulich relevante Parameter abgeschätzt. Dazu wurden Modelle verwendet, die für die Rebsorte Riesling phänologische Eintrittstermine, das Mostgewicht und den Gehalt an Äpfelsäure berechnen. Mit dem Huglin-Index (ein Temperatursummenindex) können mögliche Änderungen der Sorteneignung bewertet werden.
Blickt man auf die nahe Zukunft bis zur Jahrhunderthälfte, wird je nach Szenario ein Temperaturanstieg von 1 °C bis 2 °C vorhergesagt. Das ist eine Fortsetzung des Trends zur Erwärmung, wie man ihn schon in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts bemerken konnte.
Das spiegelt sich in den Ergebnissen wieder. Der Huglin-Index hat von 1950 bis 2000 um durchschnittlich 200 Gradtage zugenommen und wird bis 2050 um weitere 200 Gradtage auf etwa 2000 Gradtage zunehmen. Im Jahr 2003 lag der Huglin- Index in Geisenheim bei 2123. Ab der Jahrhunderhälfte könnte es häufiger zu einem Jahrhundertsommer wie in 2003 kommen. Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon könnten dann im Rheingau angebaut werden.
Aus den Berechnungen der phänologischen Eintrittstermine folgt eine weitere Verfrühung phänologischer Eintrittstermine. Der Austrieb für den Riesling könnte in der zweiten Jahrhunderthälfte durchschnittlich eine Woche früher stattfinden und die Lesereife etwa 14 Tage früher erreicht werden. Die Reifephase wird unter höheren Temperaturen ablaufen. Nach den Berechnungen wird sich das potenzielle Mostgewicht um etwa 6 °Oechsle bis 10 °Oechsle erhöhen und der Äpfelsäuregehalt um 2 g/L sinken.
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