In den letzten Jahren wurde an neuen Methoden gearbeitet, um die Erträge und die Qualität bei sogenannten Minimalschnittsystemen zu regulieren. Diese Systeme sind die ökonomischsten Weinbausysteme weltweit, haben aber den Nachteil, dass in kühleren Klimazonen die Erträge den gesetzlichen Rahmen weit überschreiten können und in diesen Fällen auch die Qualität leidet. Durch eine Blüte-Applikation mit dem Bioregulator Gibberellinsäure (GIBB) kann die Fruchtbarkeit der Winteraugen im Nachfolgejahr reduziert werden. Diese an sich „negative“ Langzeit-Reaktion wurde versucht in Minimalschnittanlagen positiv für eine Ertragskontrolle zu nutzen. Durch GIBB-Applikationen in Konzentrationen von 50-100 ppm in die Vollblüte wurde eine teilweise „Unfruchtbarkeit“ induziert. Es zeigt sich, dass es gelungen ist über eine solche Maßnahme die Erträge auf ein zur Spaliererziehung (2 m Zeilenbreite) vergleichbares Niveau zu senken und dabei gleichzeitig die Mostgewichte zu erhöhen. Sensorisch wurden diese Weine im Vergleich zur Spaliererziehung ebenfalls ähnlich beurteilt.
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