die Forschungsanstalt Geisenheim, der Fachbereich Geisenheim der Fachhochschule Wiesbaden und die Geisenheim Alumni Association informieren Sie gemeinsam aktuell aus Geisenheim!
Ausgabe vom 15.09.2007
Am 1. u. 2. September hat der Campus Geisenheim mit seinen Institutionen (Forschungsanstalt Geisenheim, Fachhochschule Wiesbaden, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen) am ersten Wochenende im September seine Pforten geöffnet. Jeder konnte sich vor Ort über die Arbeit der Forschungsanstalt Geisenheim auf den Gebieten des Wein-, Obst- und Gartenbaus informieren und fachkundig beraten lassen. Ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Musik und Unterhaltung zog tausende von Besuchern an.

Etwa 100 Besucher nahmen an der 58. Betriebsleitertagung Kellerwirtschaft teil. Neben einer Zusammenfassung der vortägigen Betriebsleitertagung Weinbau durch Herrn Prof. Dr. Schultz wurden insbesondere Aspekte der Haltbarkeit und Qualitätsbeeinflussung von Wein diskutiert. Prof. Dr. Hoffmann stellte eine Marktstudie zum Erfolg junger Weißweine vor, sowie in Zusammenarbeit mit Herrn Maik Werner Ergebnisse einer qualitativen Studie zu Verbrauchererwartungen von Bio-Weinen. Herr Dr. Jung berichtete über qualitätsbeeinflussende Faktoren bei der Flaschenlagerung von Weinen. Dabei wurden der Sauerstoffeintrag bei der Füllung sowie der Einfluss von Licht sowie der Flaschenfarbe wurden näher beleuchtet. Herr Dipl.Ing. Seckler berichtete zusammen mit Dr. von Wallbrunn über aktuelle Probleme der Praxis bezüglich kaltsteriler Abfüllungen. Besonders die Vorbereitung der Füllanlagen sowie die Produktendkontrolle zeigen immer wieder extreme Schwachstellen in Betrieben auf. Prof. Dr. Großmann und Dr. Jung stellten sehr interessante Ergebnisse für die Praxis vor um SO2-Bindungspartner sowie Mufftöne im Wein zu reduzieren. Insbesondere die zur Zeit getestete Möglichkeit, Mufftöne (TCA und TBA) herauszufiltrieren, stieß auf sehr großes Interesse. Prof. Dr. Dietrich zeigte in seinem Vortrag, dass es äußerst schwierig bzw. unmöglich ist, das Alter eines Weines anhand von Anthocyanen zu bestimmen. Abschließend wurde das Thema Wein und Architektur näher beleuchtet. Dr. Coridaß und Herr Hill von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz stellten die Gewinner des Architekturpreises Wein anhand vieler Bilder vor und konnten so sehr deutlich die Verbindung von Wein und Architektur, Tradition und Moderne sowie Klassik und Zukunft aufzeigen.


Etwa 30 gezielt ausgewählten Vertretern der Vermarktung, Anbauer, Berater und Baumschulen aus Deutschland, Holland und Belgien wurden am 12.09 einige der Hybriden zwischen der Europäischen und der Asiatischen Birne (Nashi) vorgestellt. Diese vom Fachgebiet Obstbau in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Betriebswirtschaft und Marketing organisierte Vorstellung der neuen Selektionen hatte das Ziel, ein erstes Gefühl für das Marktpotential und ein Votum für die weitere Vorgehensweise zu bekommen. Ziel der Kreuzungen war, die Festigkeit und Saftigkeit der Nashi mit dem ausgeprägten Aroma und Geschmack der Europäischen Birne zu kombinieren. Den Teilnehmern wurden 4 Selektionen im Vergleich zu einer das Bild der Hybriden prägenden Sorte vorgestellt. Die Verkostung ergab einen klaren Vorsprung der neuen Geisenheimer Selektionen. Die angeschließenden Diskussion ergab eindeutig ein sehr großes Marktpotential im Bereich des Tafelobstes und der Supermarktketten. Eine wohlschmeckende Birne, die nicht matschig wird, und auch nach dem Kauf noch zwei Wochen mit gleich bleibender Qualität überzeugt, also „ready to eat“ und „shelf life“ Qualitäten vereint, wird vom Markt gesucht. Das sei mit den hier vorgestellten Selektionen sicherlich erreicht. Ein Teilnehmer fasste dies so zusammen: „Ich bin skeptisch und mit eher negativen Erwartungen hergekommen. Ich fahre positiv überrascht zurück. Die Fahrt hat sich gelohnt.“
Das Fachgebiet Obstbau wird in den kommenden Jahren die Prüfung an verschiedenen Standorten, gezielte Versuche zur Lagerfähigkeit sowie zu den pflanzenbaulichen Problemfeldern wie Pflanzenschutz, Ernährung, Ausdünnung und Ertragssicherheit in Gang setzen und koordinieren, so dass eine Markteinführung gesichert durchgeführt werden kann. Weitergehende Verbrauchertests in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Betriebswirtschaft und Marketing werden Erfahrungen in der Verbraucherakzeptanz liefern und so die Markteinführung unterstützen.
Bei der VEG - Mitgliederversammlung kam es zur Wiederwahl von Dr. Dirk Haupt (Präsident) und Annette Faber (Beisitzerin) und zur Berufung der neuen finanzwirtschaftlichen Geschäftsführerin Birgit Ritter. Inhaltliche Aufgaben werden weiterhin über die Geschäftsstelle an die Vorstandsmitglieder koordiniert. Rosel Lauzi steht bei Anfragen gerne zur Verfügung. Ein herzlicher Dank ging an den langjährigen Geschäftsführer Robert Lönarz, der mit großem Einsatz 10 Jahre lang die Arbeit von seinen Vorgängern Wolfgang Pfeifer und Jupp Eisenbarth fortgeführt hat und sich jetzt mehr auf seine Aufgaben als Campus Manager konzentrieren möchte. Eine Gruppe von VEG Mitgliedern wurde für 40- und 50 jährige Mitgliedschaft geehrt.

Der 20. Professor Müller-Thurgau-Preis ging an Norbert Weber, den Vorsitzenden des Deutschen Weinbauverbandes, für seine hervorragende Arbeit für den Deutschen Weinbau, den Branchennachwuchs sowie für seine direkten und indirekten Verdienste für den Wissenschafts- und Studienstandort Geisenheim.
Der Vorsitzende des Alumni-Verbandes Dr. Dirk Haupt übergab den Preis, der erstmals durch eine moderne Glaskunst-Skulptur von Zwiesel - Kristallglas bereichert wurde. Günther Eymael (MdL) hielt die Laudatio auf den Preisträger.

Am 20. September 2007 wird die „Multimediale Weinerlebniswelt WeinKulturLand Mosel“ im ehemaligen Weinmuseum von Bernkastel-Kues eröffnet. Träger ist die Nikolaus von Kues Weingut GmbH. Das Projekt mit neuem Konzept wurde entwickelt und durchgeführt vom Fachbereich Geisenheim der Fachhochschule Wiesbaden in Kooperation mit der Forschungsanstalt Geisenheim. Die Gesamt-Projektleitung oblag Prof. Dr. Otmar Löhnertz, die technische und inhaltliche Projektleitung halten Dipl. Ing. Robert Lönarz und Dipl. Ing. Birgit Ritter. Für die Design-Konzeption wurde Industrie-Designer Wolf Gero Sievers gewonnen. Mehr Informationen über die bisher in Deutschland einzigartige Präsentation einer Weinkulturlandschaft im nächsten Newsletter. www.moselweinmuseum.de
18. September 2007 von 9.30 bis 13.00 Uhr und ein zweites von 14.00 bis 17.30 Uhr
Anhand von frischen Traubenbeeren werden die Teilnehmer in eine einfache, schnelle, verlässliche und anerkannte Methode zur Beschreibung des Reifegrades von Trauben eingeführt werden. Die Teilnehmerzahl zu diesem englischsprachigen Seminar, das übersetzt werden wird und bereits in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Südamerika, Australien u. A. vorgestellt und praktiziert wird, ist begrenzt.
Informationen und Anmeldung beim Campus Geisenheim Office, Frau Birgit Ritter, 06722-502743, info
campus-geisenheim
de; www.campus-geisenheim.de

Campus Geisenheim unterstützt die Weintage im Hessenpark am 27. und 28. Oktober 2007 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr.
Flanieren, studieren, probieren. Ausstellungen und Vorträge rund um den Weinbau in Hessen und im Hessenpark, der über einen eigenen Weinberg verfügt.

Rob Scholz, Masters Student von der University of California, Davis, hat für einen 1-jährigen Aufenthalt im Fachgebiet Weinbau ein Fulbright Stipendium bekommen. Er hat in Davis mit Prof. Doug Adams gearbeitet, dessen Arbeitsgruppe an einfacheren analytischen Methoden zur "Tannin"-Analyse in Traubenbeeren arbeitet und die ein großes Spätburgunder-Projekt aufgebaut haben. In der Hauptsache geht es in dem 1-jährigen Projekt darum verschiedene weinbauliche Maßnahmen in ihrer Wirkung auf die "Extrahierbarkeit" der Tannine aus der Beerenhaut zu untersuchen. Hier gibt es große Unterschiede, die selbst bei gleicher Verarbeitung zu vollkommen anderen Weinstilen führen kann. Bisher ist noch unbekannt welche Umweltfaktoren und Kulturtechniken die Tannine in den Beeren beeinflussen.
Anlässlich der 10-jährigen, sehr erfolgreichen deutsch-italienischen Hochschulkooperation zwischen dem Fachbereich Geisenheim der Fachhochschule Wiesbaden und den 3 Partnerinstitutionen – Universitäten Trient und Udine sowie Agrarinstitut San Michele all’Adige – stiftete der Präsident der Fachhochschule Wiesbaden, Prof. Dr.h.c.mult. Klockner, auf der Jubiläumsfeier in San Michele im November 2006
einen jährlichen Geldpreis von Euro 2.000 für die best bewertete Ab-schlussarbeit im Rahmen des Doppel-Diplomabkommens. Wenn zwei gleichwertige Arbeiten vorgelegt werden, kann der Preis in je Euro 1.000 geteilt werden.
Durch einstimmigen Beschluss des Präsidiums der FHW wurde der Preis nach einem der Gründer der deutsch-italienischen Hochschulkooperation, dem langjährigen Dekan des Fachbereichs, Prof. Karl Bayer, benannt.
Seit 1996 haben 66 Studierende im Rahmen dieser Zusammenarbeit
ihre Diplom-Urkunde erhalten und entsprechende Positionen in der ita-lienischen Weinwirtschaft gefunden. Zur Zeit stehen 13 italienische und deutsche Studierende kurz vor ihrem Abschluss.
Als erste Preisträger erhalten zwei Südtiroler Absolventen – Florian Sinn und Lukas Rainer – für die hervorragenden Leistungen in ihren Ab-schlussarbeiten den Karl-Bayer-Preis 2007.
Die Akademische Abschlussfeier des Fachbereichs Geisenheim mit der Rekordzahl von 142 Absolventen fand diesmal unter freiem Himmel im Campus-Park statt.Gutes Wetter und eine aufwendige Vorbereitung der Feier sorgten für eine Verabschiedung in bisher einmaligem Rahmen.

Forscher Rallye an den Tagen der offenen Tür 2007 Im Rahmen der diesjährigen Tage der offenen Tür in der Forschungsanstalt Geisenheim waren neben vielen Attraktionen und Präsentationen auf dem Campusgelände zum ersten Mal kleine und große Forscher und Forscherinnen eingeladen auf einer Rallye Fragen zu beantworten oder Experimente durchzuführen.So konnte man z. B. unter fachkundiger Anleitung in der Hauptbibliothek Bücher zu bestimmten Themen recherchieren, im Weinbau Rebsorten bestimmen und sich mit den unterschiedlichen technischen Geräten zur Bodenbearbeitung und Lese vertraut machen. Am Posten des Fachgebietes Mikrobiologie hatte man Gelegenheit, sich in Geheimnisse der Mikroorganismen einführen zu lassen, im Fachgebiet Weinanalytik/Getränketechnologie wurde der Ablauf des Bierbrauens erläutert.Auch der praktische Teil bei Forschen kam nicht zu kurz, denn die Teilnehmer waren aufgefordert in den Fachgebieten Obst- und Gemüsebau das Verhalten der Sonnenblumen zu beobachten oder ausgewählte Obstsorten zu bestimmen. Vorbereitet und betreut wurde die Forscher-Rallye von den Auszubildenden der beteiligten Fachgebiete.
An sechs, auf dem Campus platzierten Posten präsentierten sie die genannten Themen und legten den Teilnehmern Fragen vor. Auch informierten sie interessierte Besucher über das aktuelle Ausbildungsangebot an der Forschungsanstalt Geisenheim und beantworteten Fragen zu Ihrem individuellen Ausbildungsberuf. Insgesamt versuchten sich über 100 Teilnehmer mit viel Spaß und Engagement als Forscher und Forscherinnen. Aus den gültigen Rückläufen konnten 5 Preisträgerinnen und Preisträger von Herrn Professor Dr. K. Schaller, dem Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt Geisenheim e.V., GFFG, bestimmt werden.
Die Gewinnerinnen werden persönlich benachrichtigt und können sich mit Büchergutscheinen einen Lesewunsch erfüllen. Gewonnen haben: Maren Berg, 65346 Erbach, Karin Brudy, 65375 Oestrich-Winkel, Elisabeth Lindemann, 65366 Geisenheim, Lisa Sareyka, 65391 Lorch, Iris Wünsch, 65385 Rüdesheim
Die nächsten Tage der offenen Tür in der Forschungsanstalt Geisenheim sind wieder für das erste Septemberwochenende in 2009 geplant.
Forschungsanstalt Geisenheim
Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
E-Mail.: info
fa-gm
de