
Prof. Dr. Wucherpfennig studierte von 1946 bis 1951 Chemie an der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn und arbeitete nach Erlangung des Diploms im Jahre 1952 in einem großen frucht- und weinverarbeitenden Betrieb mit 200 Angestellten in Rastatt, erst als Laborleiter, später als Betriebsleiter. 1958 gab er seine Industrieposition auf und promovierte 1959 als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. W. Heimann an der Fakultät für Natur-und Geisteswissenschaften der Technischen Hochschule Karlsruhe. 1960 übernahm er die Leitung des damaligen Institutes für Obst-und Gemüseverwertung der Hessischen Lehr- und Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Geisenheim. Neben der Vorlesungstätigkeit bearbeitete er zunächst Probleme der Haltbarmachung, Lagerung, Abfüllung und Untersuchung von Fruchtsäften und Konserven.
Nach einer Umorganisation innerhalb der Forschungsanstalt wurde das Institut ab 1965 unter dem Namen Weinchemie und Getränkeforschung weitergeführt. Durch diese Zusammenlegung erweiterte sich sein Tätigkeitsbereich von der reinen Technologie auch auf mikrobiologische und biochemisch analytische Fragestellungen.
Prof. Dr. Wucherpfennig habilitierte sich 1978 im Fachbereich Ernährungswissenschaften mit einer Arbeit über Anwendungsmöglichkeiten von Membranprozessen bei der Herstellung von Getränken. An der Errichtung des Aufbaustudiengangs „Weinbau und Oenologie“ an der Universität Gießen war er maßgeblich beteiligt.
Schon zu Beginn der 70er Jahre erkannte Herr Prof. Dr. Wucherpfennig die Bedeutung der Membranprozesse für die Getränkeindustrie. Er gehörte zu den ersten Forschern, die über die Elektrodialyse, Umkehrosmose und Ultrafiltration von Säften und Weinen berichteten.
Herr Prof. Dr. Wucherpfennig hat sich insbesondere auch um die Erforschung der Bedeutung der schwefligen Säure in Wein und deren gesundheitliche Beurteilung verdient gemacht.
Die Forschungen auf dem Gebiete der Getränketechnologie waren immer eng verbunden mit der Entwicklung neuer analytischer Methoden zur Bestimmung und Beurteilung von Inhaltsstoffen alkoholfreier und alkoholischer Produkte.
Mit seinen vielseitigen Forschungsprojekten auf dem Gebiete der Technologie und Analytik alkoholfreier und alkoholischer Getränke prägte Prof. Dr. Wucherpfennig entscheidend die moderne Getränkeherstellung und verschaffte der Forschungsanstalt Geisenheim internationale Anerkennung. Seine Forschungsarbeiten fanden bisher in mehr als 230 Publikationen und fast ebenso vielen Vorträgen ihren Niederschlag.
Für sein herausragendes Lebenswerk, insbesondere seine Verdienste um die deutsche Weinforschung, ist der ehemalige langjährige Direktor des Instituts für Weinanalytik und Getränkeforschung der Forschungsanstalt Geisenheim, Prof. Dr. Karl Wucherpfennig aus Wiesbaden, am 03.02.2009 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, würdigte Wucherpfennig bei der Übergabe der Auszeichnung in der Staatskanzlei als einen der wegweisenden Weinforscher Deutschlands.
Forschungsanstalt Geisenheim
Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
E-Mail.: info
fa-gm
de