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Jupp Eisenbarth

Der Geisenheimer „Jupp“ Eisenbarth war eine Persönlichkeit, die nicht nur in der Weinwelt hohes Ansehen genoss. Auch noch im Ruhestand setzte der Weinbauingenieur, der mehr als drei Jahrzehnte in der Forschungsanstalt Geisenheim tätig war, seine Arbeit für Geisenheim und den Rheingauer Weinbau fort. Noch bis kurz vor seinem Tod schrieb er an einem Buch über den Weinbau und die Flurbereinigung in Geisenheim.
Geboren am Mittelrhein, aufgewachsen an der Mosel, führte ihn seine berufliche Laufbahn zunächst in die Pfalz. Nach Stationen im Eltviller Weingut Langwerth von Simmern, dem Studium in Geisenheim und einigen Jahren an der Mosel ließ er sich mit seiner Familie 1965 endgültig in Geisenheim nieder. Viele Winzer hat „Jupp“ Eisenbarth als Außenbetriebsleiter im Fachgebiet Weinbau mit ihrem Metier vertraut gemacht. 24 Jahre war er Vorsitzender des Geisenheimer Weinbauvereins, er gründete den Winzerstammtisch, setzte sich für die Flurbereinigung ein und arbeitete von 1969 bis 1998 im Hauptausschuss des Rheingauer Weinbauverbands mit. Er gehörte dem Vorstand an und übernahm acht Jahre Verantwortung als Vizepräsident, sprang sogar als Geschäftsführer in die Bresche. Der Geisenheimer gehöre zu den Machern, die bescheiden im Hintergrund bleiben, hatte ehemalige Rheingauer Weinbaupräsident Richard Nägler bei der Auszeichnung Eisenbarths mit dem Silbernen Römer betont. Im Bund Deutscher Oenologen war Eisenbarth seit 1971 geschäftsführendes Vorstandsmitglied, fast drei Jahrzehnte Chefredakteur der Fachzeitschrift „Der Oenologe“. Darüber hinaus engagierte er sich auch im Ruhestand in vielen Fachgremien für die Belange des Campus Geisenheim. 1999 verlieh ihm die Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer den Müller-Thurgau-Preis für seine besonderen Leistungen für Geisenheim und den Berufsstand. Unvergessen bleibt sein Einsatz bei der weltweit ersten Medienweinprobe „Wine-Event 2001“ oder seine stetigen Bemühungen für den Geisenheimer Fachbereich und dessen Studierende. Noch Anfang 2005 hat er die Projektarbeiten für ein internationales Weinbauwörterbuch -“vitisvinum.info“ gelegt, welches wir jetzt in seinem Sinne und in seinem Gedenken weiterführen werden.
Im Alter von 72 Jahren ist nach kurzer schwerer Krankheit der frühere Geschäftsführer des Vereins Ehemaliger Geisenheimer am 29. September 2005 in Geisenheim gestorben.