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Fachgebiet Rebenzüchtung Und Rebenveredlung

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Sori

Früher vor allem im Rheingau teilweise verwendete Unterlagssorte mit insgesamt geringer Verbreitung. Wurde bereits 1954 in die Sortenliste eingetragen, ist dann aber Anfang der 90er Jahre aufgrund mangelnder Nachfrage wieder abgemeldet worden. Findet heute aufgrund bestimmter, unter aktuellen Gesichtspunkten interessanter weinbaulichen Eigenschaften wieder zunehmend das Interesse der Winzer.

Herkunft
Die Sori wurde erstmals 1930 unter der Bezeichnung ‘Sori 353 Gm’ in Geisenheim erwähnt. Kreu-zungseltern sind: Solonis x Riparia 1 Geisenheim. Da Unterlagenkreuzungen damals in Zusammenarbeit mit den deutschen Rebzuchtstationen vornehmlich in Geisenheim durchgeführt wurden, ist so gut wie sicher, dass die Sori ihren Ursprung in Geisenheim hat. Erste Veredlungs- und Pflanzversuche wurden in den 30er-Jahren in Hochheim/Main und Hattenheim/Rheingau durchgeführt. Sie erwies sich bezüglich ihrer Bodenadaption und Leistungsaffinität als besonders wertvoll, so dass sie dann im Jahr 1954 zur Eintragung in die Sortenschutzrolle beim Bundessortenamt angemeldet wurde.

Merkmale
Leicht offene riparia-ähnliche Triebspitze mit weißlich-grüner Färbung und dicht langborstiger Behaarung an der Außenseite, Innenseite wollig. Junges Blatt weißlich-grün mit leicht rosafarbenem Hauch, oberseits spinnwebig behaart, unterseits vereinzelt borstig. Blattrippen dichtborstig und oberseits zartrosa. Ausgewachsenes Blatt riparia-ähnlich, dreilappig, breit herzförmig, Mittel- und Seitenlappen mit aus-gezogener Spitze und wenig eingeschnittenen Seiten- buchten. Farbe oberseitig tief dunkelgrün, Unterseite mittel-grün; Oberfläche rauh, glänzend, leicht gefaltet; Blattrand auffällig unregelmäßig gezahnt. Blattrippen unten hell vortretend und langborstig behaart mit Borstenbüscheln in den Nervenwinkeln; oberseits an der Basis rötlich mit kurz-borstiger Behaarung. Stielbucht offen u-förmig; Blattstiel oberseits rötlich mit grüner Rinne, entfernt langborstig behaart; Stiel kaum kürzer als Linie Blattbasis-Spitze. Geschlecht: weiblicher Scheinzwitter, traubentragend; Trauben klein, kurz, zasselig mit kleinen blauschwarzen, bedufteten Beeren.

Eigenschaften
Erträgt wechselfeuchte Standorte mit schweren tonigen Böden, ähnlich wie “1616 C”, kann jedoch auch auf tiefgründigen zu temporärer Trockenheit neigenden Böden gut angebaut werden und zeigt insgesamt befriedi-gende Chlorosefestigkeit. Macht frühen Vegetationsabschluss und zeigt gute Leistungsaffinität zu Riesling und Burgunder-sorten. Ist als mittelwüchsige Unterlage einzustufen und zeigt gute Bewurzelungsfähigkeit mit langen Haupt- und feinver-zweigten Seitenwurzeln. Bisherige Beobachtungen zeigen positiven Einfluss bei verrieselungsempfindlichen und zu Stiellähme neigenden Sorten.

Eingetragener Klon:

  • Sori Klon 14 Gm

Weitere Informationen finden Sie in unserem Geisenheimer Bericht Band 67

Kontakt

Forschungsanstalt Geisenheim
Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
E-Mail.: info[at]fa-gm[.]de

 

Anschrift

Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung 
Eibinger Weg 1 
D-65366 Geisenheim 
Tel. 06722-502121 
Fax. 06722-502120
email: rebenzuechtung[at]fa-gm[.]de

49° 59' 5" N   7° 56' 55" E