Sprungmarken

Servicenavigation

Fachgebiet Rebenzüchtung Und Rebenveredlung

Hauptnavigation

161-49 Couderc

161-49, 161-49 C

War früher in Deutschland, besonders in Baden verbreitet. Erregt heute wieder etwas mehr die Aufmerksamkeit der deutschen Winzer durch “internationale” Rebenangebote von Rebenveredlern vornehmlich aus Frankreich. Dort mehr ver-breitet, in Italien ebenfalls gebräuchlich, außerhalb Deutsch-lands lässt die Nachfrage jedoch insgesamt nach.

Herkunft
Von Couderc im Jahre 1888 gekreuzt; laut Guillon handelt es sich bei der 161-49 C um die einzige Riparia x Berlandieri-Kreuzung, wo doch bei allen anderen Unterlagen dieser Kreuzungsfamilie die Konstellation der Elternsorten umgekehrt lautet ‘BerlandierixRiparia’. Couderc, der sich mehr von seiner Kreuzung 157-11 C versprach hielt die 161-49 C als ‘Reserve’ zurück und brachte sie erst um 1914 in Verkehr. Erste Versuche wurden mit ihr 1913 in Verge durchgeführt. Die 161-49 C kam demnach zunächst nicht für die erste Wiederaufbauphase nach der großen Reblausepedemie in Betracht.

Merkmale
Geschlossene bis halboffene Triebspitze in der Form eines ‘Bischofsstabes’ mit weißlicher Wollbehaarung und karminroter Umrandung. Junge Blätter kupferfarben und spinnwebartig behaart. Ältere Blätter plan, herzförmig, leicht blasig und zwischen den Adern etwas wellig, vergleichbar mit Riparia Gloire; ausgewachsenes Blatt schwach dreilappig mit spitzbogiger mittelgroßer Zahnung. Offene U-förmige Stielbucht;  Nerven der Unterseite rosafarben ausgehend vom Blattstiel. Blattränder sowie Adern und Blattstiele unterseitig mit Flaumbehaarung. Blüte weiblich, bringt kleine Trauben mit sehr kleinen runden, schwarzen Beeren. Triebfärbung grün mit rotvioletten Knoten, vor allem an diesen flaumig behaart. Ranken lang, dünn und rötlich gefärbt. Reifes Holz mit langen Internodien, an den Knoten und Internodien leicht flaumig behaart, Holz zeigt rot- bis gelbbräunliche Färbung mit dunk-ler abgesetzten Knoten; zweigabelige Ranken, meist sehr ausgeprägt.

Eigenschaften
Gilt als die kalkfesteste Unterlage der gesamten BerlandierixRiparia-Gruppe. Bringt auf Böden mit bis zu 25 % freien aktiven Kalkgehalt (Champagne, Methode Drouineau- Galet) gute Ergebnisse. Pfropfreben zeigen in den ersten Aufwuchsjahren zunächst eine leicht verzögerte Ent-wicklung, bringen aber nach etwa 10 Jahren höhere Erträge als z.B. 420 A. Die 161-49 C eignet sich gut für leichtere auch skelettreiche Kalkböden, leidet aber auf tonigen, kompakten Böden, die in Dürreperioden zu Rissigkeit neigen schnell unter Trockenstress und reagiert in extremen Trockenjahren mit den entsprechenden Symptomen. Bezüglich ihrer Affinität können bei bestimmten Edelreissorten Unverträglichkeitsprobleme vorkommen, so wurden bereits früher (Dümmler) Inkompatibilitäten mit z.B. Riesling, Gutedel, Burgunder und Traminer beobachtet.

Eingetragene Klone:

  • 161-49 Couderc Klon 3 Gm
  • 161-49 Couderc Klon 8 Gm

Weitere Informationen finden Sie in unserem Geisenheimer Bericht Band 67

Kontakt

Forschungsanstalt Geisenheim
Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
E-Mail.: info[at]fa-gm[.]de

 

Anschrift

Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung 
Eibinger Weg 1 
D-65366 Geisenheim 
Tel. 06722-502121 
Fax. 06722-502120
email: rebenzuechtung[at]fa-gm[.]de

49° 59' 5" N   7° 56' 55" E