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Fachgebiet Rebenzüchtung Und Rebenveredlung

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110 Richter

Weltweit verbreitete aus Frankreich stammende Unterlage der Berlandieri x Rupestris-Familie. Vor allem im Mittelmeerraum, in Frankreich, Italien, Spanien aber auch in Übersee z.B. in Kalifornien und auch z.T. in Australien angebaut. In Deutsch-land bis auf wenige erste Versuche so gut wie nicht verwen-det. Steht aktuell noch in der Erprobungsphase.

Herkunft

Offiziell vom französichen Züchter Franz Richter im Jahre 1889 geschaffene Kreuzung zwischen V.berlandieri Ress. N°2 x V.rupestris Martin. Laut Galet ist jedoch wahr-scheinlicher, dass ein gewisser Adrien Bonnet diese Kreu-zung 1902 als Direktor an der École de Montpellier durch-geführt hatte. Bonnet, der dann 1903 Direktor des bedeu-tenden Rebschulbetriebs Pépinières Richter wurde, habe dann seine Kreuzungen zur Prüfung seinem Nachfolger Ravaz an der École de Montpellier weitergegeben. So ent-stammt der Name Richter für diese Kreuzung wahrscheinlich dem Hause Pépinières Richter.

Merkmale

Triebspitze weiß spinnwebartig behaart, karmin-rot umrandet, leicht abgeflacht. Junge Blätter spinnwebartig behaart, stark bronziert, glänzend und blasig. Ausge-wachsenes Blatt klein und nierenförmig, glänzend, etwas blasig, dachrinnenförmig zusammengefaltet. Große, spitzbogige Blattrandzahnung; Blattunterseite gänzlich unbehaart; offen u-förmige Stielbucht (ähnlich V. rupestris). Blüte männ-lich, keine Traubenbildung. Triebe unbehaart, gerieft, an der Triebspitze rot gefärbt. Verholzter Trieb gerieft, haarlos, matt, rötlich-schokoladenfarben bis grau-bräunlich, lange Inter-nodien.

Eigenschaften

Laut Galet handelt es sich um eine starkwüchsige Unterlage, die den Fruchtansatz fördert und die Wüchsigkeit an die Edelreissorte weitergibt. Zeigt mittlere Kalkfestigkeit bis zu ca. 17% freien Aktivkalkgehalt. Hat längere Vegetationszeit was sich verzögernd auf die Trauben-reife auswirken kann. Zeigt anfänglich in den Aufwuchsjahren, besonders im 1. Jahr, stark verzögerten Anwuchs, gewinnt dann aber sehr schnell an starker Wuchskraft. In Deutschland noch in der Testphase.

Eintragung beantragt für die Klone:

  • Richter 110 Klon 4 Gm
  • Richter 110 Klon 6 Gm

Weitere Informationen finden Sie in unserem Geisenheimer Bericht Band 67

Kontakt

Forschungsanstalt Geisenheim
Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
E-Mail.: info[at]fa-gm[.]de

 

Anschrift

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Eibinger Weg 1 
D-65366 Geisenheim 
Tel. 06722-502121 
Fax. 06722-502120
email: rebenzuechtung[at]fa-gm[.]de

49° 59' 5" N   7° 56' 55" E