

Seit Gründung der Gcisenheimer Forschungsanstalt im Jahre 1872 wird dort Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich der Rebenzüchtung und Rebenveredlung betrieben. Der erste deutsche Unterlagenschnittgarten wurde in Geisenheim erstellt und die Resistenzzüchtung begann schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Es entstanden damals neben vielen anderen die Unterlagssorten Riparia 1 G und Geisenheim 26 (Trollinger x Riparia).
Bereits 1882 kreuzte Prof. Dr. Dr. h.c. Herrmann Müller-Thurgau die nach ihm benannte Rebsorte in Geisenheim. Er leitete damit die moderne deutsche Ertragsrebenzüchtung ein.
Im Jahre 1890 wurde die erste deutsche Rebenveredlungsanstalt in Geisenheim-Eibingen gegründet. Dies war ein Meilenstein für den deutschen Weinbau mit Pfropfreben. Der systematische Aufbau der Klonenselektion wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg vor allem bei der Sorte Riesling begonnen und in den 1920er Jahren intensiviert. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde von Geisenheim aus in Verbindung mit der Unterlagenzüchtung eine Reblausforschungsstelle in Metz unterhalten.
Die Abteilung für Rebenzüchtung wurde 1927 gegründet. Sie intensivierte neben der Rebenveredlungsstation und der wissenschaftlichen Abteilung für Rebenveredlung die Arbeiten der Kreuzungszüchtung. Die Unterlagenzüchtung wurde in diesen Jahren vor allem mittels der Klonenselektion verstärkt durchgeführt. Die Einführung von Pfropfreben wurde in dieser Zeit zusammen mit der preußischen Rebenveredlungskommission, die seit ihrer Gründung im Jahre 1890 ihren Sitz in Geisenheim hatte, vorbereitet.
Ein weiterer Schritt war die Entwicklung der Kartonagerebe 1935 in Geisenheim. Mit der Bildung der Reichsrebenzüchtung im Jahre 1937 musste die preußische Rebenveredlungskommission aufgelöst werden. Die Abteilung für Rebenzüchtung schied gleichzeitig aus dem Verbund der Geisenheimer Anstalt aus.
Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde mit dem Ende der Reichsrebenzüchtung 1950 das Institut für Rebenzüchtung und Rebenveredlung der Forschungsanstalt Geisenheim gebildet und verblieb in dem 1938 erbauten Gebäude sowie in der ehemaligen Rebenveredlungsstation. Das Institut stand unter der Leitung von Prof. Dr. Heinrich Birk bis zu dessen Pensionierung im Jahre 1963. Sein Nachfolger wurde im Jahre 1964 Prof. Dr. Helmut Becker. Er leitete das Institut, welches 1988 in Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung umbenannt wurde, bis zu seinem Tod im Jahre 1990. Im Oktober 1991 übernahm Prof. Dr. Ernst Rühl die Leitung des Fachgebietes.
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