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Fachgebiet Rebenzüchtung Und Rebenveredlung

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Schnittgarten in Georgien
Sortenkontrolle bei Unterlagen
alter Rieslingweinberg - Ahr

Erhaltungszüchtung

Reben werden vegetativ vermehrt. Damit wird die Erbinformation der Mutterpflanze identisch an die Nachkommenschaft weitergegeben. Mit dem Verfahren sollte die Leistungsfähigkeit der Mutterpflanze in der Nachkommenschaft für alle Zeit erhalten bleiben.

Leider ist dies nicht der Fall. Die Leistung der Nachkommenschaft nimmt mit der Zeit ab. Diese Beobachtung hat bereits Vergil (70-19 v. Chr.) gemacht, den Columella in seiner 'de Re Rustica' zitiert:

"Stecklinge sah ich lange geprüft und mit viel Müh verlesen, wie sie dennoch entarten, sofern nicht jährlich des Menschen eigene Hand die größten erwählt; so will es das Schicksal; Alles drängt zum Verfall und entwickelt sich gleitend nach rückwärts."
(L. J. M. Columella: Zwölf Bücher über Landwirtschaft - 3 Bände. Artemis Verlag München 1981-1983)

Wir wissen heute, dass es kein Naturgesetz ist, das unsere Reben entarten lässt. Ursachen sind Viren, die durch Nematoden oder andere saugende Organismen übertragen werden, sich in den Pflanzen ausbreiten und zu Ertrags- und Qualitätsverminderung bei den Rebstöcken führen. In Deutschland sind insbesondere die Gattungen Xiphinema und Longidorus für die Virusübertragung verantwortlich.

Aus diesem Grund werden Vermehrungsanlagen nur auf Flächen angelegt, auf denen keine virusübertragenden Nematoden nachgewiesen werden können. Darüber hinaus überprüfen  Mitarbeitern des Fachgebiets und der zuständigen staatlichen Kontrollorgane die Anlagen jährlich visuell auf das Vorhandensein von Viruserkrankungen.

Daneben werden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen (RICHTLINIE 2002/11/EG DES RATES vom 14. Februar 2002 zur Änderung der Richtlinie 68/193/EWG über den Verkehr mit vegetativem Vermehrungsgut von Reben, Zweite Änderung zur Änderung der Rebenpflanzgutverordnung vom 6. Juli 2006) die Vermehrungsflächen - in Abhängigkeit der Pflanzgutkategorie - alle 5 bis 10 Jahre auch noch durch flächendeckende serologische Virustests (ELISA) überprüft.

Das gemeinsame Ziel ist, dem Winzer gesundes und leistungsfähiges Pflanzgut zur Verfügung zu stellen.

 

Kontakt

Forschungsanstalt Geisenheim
Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
E-Mail.: info[at]fa-gm[.]de

 

Anschrift

Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung 
Eibinger Weg 1 
D-65366 Geisenheim 
Tel. 06722-502121 
Fax. 06722-502120
email: rebenzuechtung[at]fa-gm[.]de

49° 59' 5" N   7° 56' 55" E