Sprungmarken

Servicenavigation

Fachgebiet Obstbau

Hauptnavigation

Einfluss von Klima und Kulturmaßnahmen auf wertgebende Fruchtinhaltsstoffe von Erdbeeren (September 2007 bis März 2011)

Ziel
Bei Erdbeeren als Modellkultur soll der Einfluss verschiedener Umweltstressfaktoren auf gesundheitlich relevante Inhaltsstoffe umfassend bearbeitet werden. Dies umfasst praxisrelevante klimatische und kulturtechnische Parameter.

Hintergrund
Erdbeeren genießen eine hohe Beliebtheit in allen europäischen Ländern. 2006 wurden in Deutschland 169.660 t produziert. Es ist damit nach Spanien und Polen der drittgrößte Erdbeerproduzent in Europa (EU- 25: 1.085.000 t). Durch unterschiedliche Anbauverfahren zur Steuerung des Erntetermins sind Erdbeeren mittlerweile das ganze Jahr durch Importe und durch heimische Produktion am Markt verfügbar. In vielen Ländern ist ein deutlicher Trend weg vom Freilandanbau hin zum geschützten Anbau mit gestaffelten Ernteterminen zu beobachten (off-season production).

Erdbeeren haben deutlich weniger Anthocyane (farbgebende Phenole) als z.B. Heidelbeeren und Schwarze Johannisbeeren: Sie sind im Gegenzug reich an Vitamin C und punkten mit farblosen Phenolen bei Flavonolen, Phenolcarbonsäure und vor allem Ellagtanninen und Procyanidinen.

Während in der Literatur der Sorteneinfluss hinsichtlich der zur Zeit bekannten gesundheitsrelevanten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und der antioxidativen Kapazität (AK) umfassend beschrieben wurde, liegen nur wenige Informationen über den Einfluss von Umweltfaktoren wie Klima/Witterung, Anbauverfahren (season – und off-season Produktion; gestaffelte Kultur im Freiland oder geschütztem Anbau) und verschiedenen Kulturmaßnahmen wie Wasserstress, Schattierung, Mulchmaterialien, Düngung etc. vor. Gefundene regionale Unterschiede in der AK der Früchte werden beschrieben, aber nicht im Zusammenhang mit unterschiedlichen Umweltfaktoren diskutiert und erklärt.

Da phenolische Verbindungen in Pflanzen durch biotischen und abiotischen Stress induziert werden, ist Ziel dieses Forschungsprojektes, den Einfluss unterschiedlicher Stressoren auf die AK und die verschiedenen phenolischen Verbindungen in Erdbeerfrüchten im Einzelnen zu identifizieren.
Neben der hohen gesundheitlichen Relevanz erscheint die Erdbeere als Modellpflanze für Untersuchungen von stressinduzierten Veränderungen der Fruchtinhaltsstoffen besonders geeignet, da ihre Kulturzeit je nach Pflanzmaterial und Anbauverfahren nur zwischen 3 - 4 Monate und einem Jahr beträgt. Diese z. T. extrem kurze Kulturzeit ermöglicht es, die verschiedensten Fragestellungen unabhängig von der traditionellen Freilandsaison zu bearbeiten. Intensiv untersuchte Fragestellungen sind vor allem folgende:

  • Welchen Einfluss hat der Anbau in verschiedenen Klimazonen auf diese Inhaltsstoffe? Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang Temperatur, Tageslänge und Einstrahlung?
  • Welche Veränderungen werden beim oft genutzten Dammanbau beobachtet? Welche Rolle spielt hier die Farbe des Mulchmaterials?
  • Wie beeinflussen Düngemaßnahmen die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe?
  • Wie reagieren Erdbeeren und ihre Inhaltsstoffe, wenn sie im Tunnel angebaut werden?
  • Welche Rolle spielen bei der Biosynthese von Polyphenolen konventionelle Qualitäts- und Ertragsparameter? 

Im Rahmen des COST-Projektes 863 erfolgte eine Zusammenarbeit mit:
Bioforsk Trondheim (N); Copenhagen University, Department of Agricultural Sciences (DK); Agroscope Changins-Wädenswil (CH); Marche Polytechnic University Ancona SAPROV (I)
Das Projekt fand im Rahmen der Dissertation von Dipl. Lebensmittelchemikerin Melanie Josuttis statt.

Literatur zu diesem Projekt finden Sie hier


 

Kontakt

Forschungsanstalt Geisenheim
Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
E-Mail.: info[at]fa-gm[.]de

 

Anschrift

Fachgebiet Obstbau

Von-Lade-Str. 1

65366 Geisenheim

ph: 06722-502561

fax: 06722-502560

email: obstbau[at]fa-gm[.]de