Seit 2003 häufen sich die Meldungen und Probeneingänge zu absterbenden Apfelbäumen im Streuobstanbau. Betroffene Bäume sind oft noch jung, zeigen diese Schäden aber erst ab ca. dem 3. - 4. Standjahr. Zu beobachten sind die Schäden aber auch an älteren Bäumen, wobei der Schadensverlauf dort scheinbar langsamer ist. Betroffen ist vornehmlich der südhessische Raum, vor allem der Main-Taunus-Kreis. Die Symptome sind auch in vielen Obst- und Gartenbauvereinen bekannt. Weder aus der Literatur noch bei Kollegen aus anderen Bundesländern waren ein solcher Schadensverlauf sowie derartige Symptome bekannt. In einem dreijährigen Projekt wurden hunderte von Proben von betroffenen Stamm- und Astpartien genommen und die gefundenen Pathogene isoliert. Es stellte sich nach sehr detailierten Untersuchungen heraus, dass diese Schäden von einem Pilz, Diplodia mutila, verursacht werden. Die Krankheit ist als Rindenbrand zu bezeichnen. Die Untersuchungen und Ergebnisse wurden in einem
des Standortes Geisenheim dargestellt. Zusätzlich werden im Folgenden die Symptome genauer beschrieben.
An den Bäumen sind vermehrt Risse in der Rinde zu beobachten, die an einem gesunden Baum problemlos verheilen. An geschädigten Bäumen verheilen diese Risse nicht. Die Risse sind ca. 15 bis 30 cm oder länger und entwickeln sich längs des Stammes. Weitere Symptome sind Einsenkungen in der Rinde, die entweder in der Form von kleinen, ca. 2-3 cm langen, ovalen und tiefen Einsenkungen oder aber in der Form von großen flächenartigen Einsenkungen zu beobachten sind. Im Endstadium ist dann auf bis zu handtellergroßen Flächen die Rinde verschwunden und das Holz liegt frei. Im Ast- oder Stamminneren ist das Holz scharf abgegrenzt schwarz verfärbt. Eine Überwallung der erkrankten Stellen findet nicht oder nur ansatzweise statt. Die Schäden sind an stärkeren Ästen und am Stamm zu beobachten. Im fortgeschrittenem Stadium umfassen die Schäden den ganzen Stamm und der Baum stirbt ab. Eine Disposition der Risse und der Einsenkungen zu einer bestimmten Himmelsrichtung konnte nicht festgestellt werden. Charakteristisch ist auch, dass Schnittstellen von abgeschnittenen Ästen nicht mehr verheilen, also keine Wundkallusbildung festzustellen ist und die Schnittstellen oft auch eine schwarze Verfärbung aufweisen.
Bilder von Symptomen finden Sie hier
Forschungsanstalt Geisenheim
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Die Projektpartner sind:
Fachgebiete Phytomedizin und Botanik der Forschungsanstalt Geisenheim
Julius Kühn Institut (JKI), Aussenstelle Dossenheim
Pflanzenschutzdienst Hessen, Regierungspräsidium Giessen,
Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Pflanzenschutz- und Anbauberater
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