Dr. Rainer Jung und Christoph Schüssler, Fachgebiet Kellerwirtschaft
Im Rahmen der hier durchgeführten Arbeiten werden die wichtigsten, momentan im Weinbereich verwendeten Verpackungsalternativen einander gegenübergestellt und vergleichend untersucht. Im Einzelnen sind dies
Mit diesen Verpackungen wurden bereits im Jahr 2007 und 2008 Lagerversuche angelegt, die im Verlauf des Projektes ausgewertet werden. Insbesondere geht es dabei um die Prüfung der Neutralität der Verpackungen gegenüber dem Füllgut Wein und die Sauerstoffdurchlässigkeit unterschiedlicher Systeme im Verlauf der Lagerzeit.
Um den unterschiedlichen Praxisanforderungen gerecht zu werden, wurden die Lagerproben für eine definierte Zeit unter unterschiedlichen Konditionen (Temperaturen) gelagert.
Zunächst wurde Wein in PET-Flaschen unterschiedlicher Herstellungsarten bzw. Gasdichtigkeit in zwei Versuchsserien abgefüllt, gelagert und nach unterschiedlicher Lagerzeit analytisch und sensorisch bewertet.
Neben verschiedenen sauerstoffabsorbierenden Materialien (Scavengern) werden bei PET zur Verbesserung der Gasdichtigkeit unterschiedliche Aufbauten bzw. Beschichtungen bei den Kunststoffflaschen eingesetzt.
Im bisherigen Beobachtungszeitraum wurde deutlich, dass sich die eingesetzten PET-Flaschen gut für die Weinlagerung eigneten. Analytisch war nur teilweise erkennbar, dass die PET-Varianten sauerstoffdurchlässiger als Glas waren. Je nach Aufbau konnten die PET-Varianten aber auch eine mit Glas vergleichbar gute Abdichtung aufweisen. Nachfolgende Abbildung zeigt die Gehalte an freier und gesamter schwefliger Säure nach einjähriger Lagerung aus einem der Versuche mit PET-Flaschenvarianten im Vergleich zur Glasflasche.
Sensorisch konnten im Wein im Rahmen der bisherigen Untersuchungen keine signifikanten Differenzen zwischen den unterschiedlichen Flaschenvarianten nachgewiesen werden.
Die Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR) der unterschiedlichen Behältervarianten wurde auch in leeren, mit Stickstoff gespülten Flaschen, die mit sauerstoffsensitiven Messspots (PreSens) ausgestattet waren, gemessen.
Weitere Untersuchungen zur alternativen Weinlagerung in sog. Bag-in-Box-Verpackungen verdeutlichten ebenfalls die generelle Eignung solcher Systeme zur Weinlagerung. Auch hier wurden in Geisenheim unterschiedliche Verpackungsvarianten in mehreren Versuchen über unterschiedliche Lagerzeiträume untersucht.
Dabei konnte insbesondere festgestellt werden, dass sich die Bag-in-Box Verpackung sehr gut als „Anbruchgebinde“ eignet, d. h. dass sich auch bei geöffnetem Behälter durch das „Immer-Voll-System“ eine gleichbleibende Weinqualität über einen längeren Lagerzeitraum erhalten lässt. Dies ist aufgrund der Packungsgrößen 3, 5 oder 10 und mehr Liter ein interessanter Aspekt für Privatverbraucher und insbesondere die Verwendung in der Gastronomie.
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