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Fachgebiet Bodenkunde und Pflanzenernährung

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Einsatz von Stickstoff - Blattdüngern während der Beerenreife

Harnstoffapplikationen von Traubenschluß bis Lesereife

1. Grundlagen

Wurde die Blattdüngung im Weinbau vorwiegend zur Spurenelementversorgung und Stiellähmevorbeugung eingesetzt, rückt zunehmend die Stickstoffversorgung ins Blickfeld. Bei einem vergleichsweise geringen Entzug von 25 - 30 kg Stickstoff durch die Trauben ist die Nährstoffverfügbarkeit über den Boden nicht immer gewährleistet. An Streßfaktoren sind Trockenheit, Bodenverdichtungen oder kühle Witterungsphasen zu nennen. Eine N - Blattdüngung kann hier Defizite ausgleichen, sie wirkt, in die Traubenreife angewendet, weniger Ertrags-, sondern der qualitätsfördernd. Die Einlagerung an hefeverwertbarem Stickstoff wird verbessert und beeinflusst Gärverlauf und Inhaltsstoffbildung. Der Aminosäuregehalt in den Beeren wird beeinflusst, insbesondere im Spätjahr angewendete Blattdünger werden umgehend eingelagert (Löhnertz, Hünneke, Steinberg, 2001). Rasche Wirkung und hohe Ausnutzung am Ort des Bedarfs charakterisieren die Vorteile der Blattdüngung in Kürze, nachteilig sind die geringen Ausbringmengen und Verträglichkeitsprobleme insbesondere bei Stickstoffdüngern. Die Blattdüngung stellt eine Ergänzung der Bodendüngung dar und kann sinnvoll zur Verbesserung des pflanzlichen N - Status insbesondere in der Zeit der Beerenreife eingesetzt werden.

2. Versuchspräparat FOLUR

Harnstoff wird zur Blattdüngung meist in Konzentrationen von 0,3 - 0,5 % (300 - 500 ml / hl) eingesetzt, um phytotoxische Schäden zu vermeiden. Ursächlich sind hier der hohe Biuret - Gehalt von 1 - 2 % technischer und landwirtschaftlicher Harnstoffe sowie freier Ammoniak verantwortlich zu machen. Die ausgebrachten N - Mengen bei Gehalten um 45 % bewegen sich zwischen 1,1 und 1,5 kg /ha und Applikation.

Der eingesetzte Harnstoff FOLUR der Fa. Tradecorp ist von Biuret gereinigt, die Gehalte liegen unter 0,05 % (500 ppm). FOLUR ist mit einem gelben Farbindikator versehen. Beim ansteigen des pH - Wertes auf über 6,5 verfärbt die Lösung zunächst orange, dann rot, was auf freien Ammoniak hinweist. Mit einer Rücksäuerung in den gelben Bereich gilt die Lösung wieder als sicher. Durch die Reduzierung dieser beiden Quellen ist die Phytotoxizität des Produktes wesentlich herabgesetzt, was den Einsatz höherer Konzentrationen ermöglicht.

Die im beschriebenen Versuch ausgebrachten N - Mengen bei Gehalten um 21 % lagen zwischen 1,6 und 4,8 kg / ha und Applikation.<//span>

3. Aufbau und Durchführung des Versuches

Angelegt wurde ein Steigerungsversuch unter Einsatz des Versuchsharnstoffes FOLUR in zunehmender Konzentration von 1 bis 3 % neben einer unbehandelten Kontrolle. Die Rebanlage wurde bereits zum Austrieb mit 44 kg N / ha mit Stickstoffmagnesia gedüngt.

Anlagedaten:
Lage: Geisenheimer Kläuserweg
Boden: Lößlem, tiefgründig, nFk > 200 mm
Relief: 12 - 14 % Steigung, Expos. SO
Rebsorte: W. Reisling Kl 198 / 5 C; Anlage 1979

Die Blattdüngung wurde mit einem Wasseraufwand von 800 l/ha pro Behandlung mit einem praxisüblichen Pflanzenschutzgerät mit Umkehraxialgebläse durchgeführt. Bei einer Düsenbestückung mit 2 x 5 ATR Hohlkegeldüsen, einer Fahrgeschwindigkeit von 5,4 km/h und einem Systemdruck von 10 bar erreichten wir diese Vorgabe durch befahren jeder Gasse. Angestrebt war eine maximale Wassermenge ohne nennenswerte Abtropfverluste bei gleichzeitig langer Nassphaphase.

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