Albert Linsenmeier, Otmar Löhnertz, Doris Rauhut, Hildegard Diehl
Bei dem Versuchsfeld handelt es sich um eine 1977 mit Riesling bepflanzte Anlage im Rheingau, Deutschland. Der Versuch ist als randomisierte Blockanlage mit folgenden jährlichen Stickstoffgaben angelegt: 0, 30, 60, 90, 150 kg N/ha. Der Boden ist ein sandiger Lehm mit einem pH-Wert von 7,6 sowie 1,4% Humus. Jede zweite Zeile begrünt. Die Vinifikation erfolgte im 25 L Glasballon. Die Weine wurden ohne vorherige Schönung abgefüllt. Die Proben für die Aromaanalytik wurden bei -20°C gelagert. Je ein Wein der Düngestufen 0, 30, 60, 90 und 150 kg N/ha wurde mittels GC/MS auf Monoterpene, höhere Alkohole, einige Fettsäuren sowie deren Ester untersucht. Probenaufbereitung und Messung erfolgten im Fachgebiet Mikrobiologie und Biochemie der FA Geisenheim nach einer von Rapp et al. (1994) modifizierten Kaltron-Methode.
Es erfolgte eine Auswertung der Jahre 1994 bis 1999.
Die Ergebnisse zeigten, das der Einfluss des Jahrgangs (1994 – 1999) auf Mostinhaltsstoffe (Aminosäuren, Mostgewicht) den Düngungseinfluss um eine Größenordnung überstieg. Dies konnte auch für die Aromen im Wein festgestellt werden. Die Ausbildung vieler Aromastoffe war von der N-Düngung unbeeinflusst, hierzu zählten insbesondere die traubeneigenen Terpene. Bei 2-Phenylethanol und Methylbutanol fanden sich mit zunehmender N-Düngung abnehmende Konzentrationen. Ethylacetat sowie die Fettsäureester der Capron-, Capryl-, und Caprinsäure nahmen dagegen mit zunehmender Stickstoffdüngung zu. Der große Jahrgangseinfluss ist bei einigen Aromastoffen allerdings mit der Stickstoffversorgung zu erklären. So kann bei mehr als der Hälfte der untersuchten Aromastoffe ein signifikanter Einfluss der Aminosäurekonzentration im Most festgestellt werden. Bei einem Viertel der untersuchten Aromastoffe kann sogar ein Bestimmtheitsmaß von 33 bis 68 % ermittelt werden. So lässt sich der hochsignifikante Jahrgangseinfluss auch mit der jahrgangsabhängigen N-Dynamik einer Rebanlage erklären.
Höhere Stickstoffgehalte im Most beeinflussen über den Hefemetabolismus sekundäre Gäraromen. Eine höhere N-Düngung führte nicht automatisch zu einer besseren Weinqualität. Das Aroma der jungen Weine ist durch eine Düngung lediglich tendenziell besser. Das fruchtige Aroma korrelierte mit den Aromawerten von Capronsäure, Buttersäureethylester und Capronsäureethylester.
Linsenmeier, A., Rauhut, D., Diehl, H., Schubert, S., u. O. Löhnertz (2006) Einfluss unterschiedlicher Stickstoffversorgung auf die Aromaqualität von Weinen der Sorte „Riesling“. Mitt. Klosterneuburg 56 (2006) : 84 - 93
Linsenmeier, A. u. O. Löhnertz (2006) Erhöht Stickstoffdüngung das Aromapotenzial beim Wein? Die Winzer-Zeitschrift 7, 36-38.
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