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Fachgebiet Betriebswirtschaft und Marktforschung

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Unternehmensanalyse von Weingütern

Die Bedeutung und Notwendigkeit von Kennzahlen in der Weinbranche

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen sind ein wichtiger Bestandteil zur Unternehmensbewertung. Um die eigenen Kennzahlen jedoch beurteilen zu können, sind Branchenvergleichswerte notwendig. Mit Hilfe von Vergleichswerten kann erstens die Leistungsfähigkeit des eigenen Unternehmens besser eingeschätzt werden, zweitens die Situation einer Branche als Gesamtes beurteilt werden. Die Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolges einer Branche wird zukünftig immer wichtiger. Dazu einige Beispiele:

  • Die staatliche Förderung wird sich weg von der Erhaltung wirtschaftlich schwacher Unternehmen, hin zur Förderung zukunftsfähiger und wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmen wandeln.
  • Banken beurteilen vor einer Kreditvergabe nicht nur das einzelne Unternehmen sonder auch das Branchenumfeld. Eine ungünstige Branchenbewertung führt zu teueren Krediten oder zur Aufgabe der Geschäftstätigkeit von Banken in einer Branche.
  • Bei Streitfällen (Erbe, Scheidung, etc.) sind für Gutachter und Richter Branchenkennzahlen, welche die Leistungsfähigkeit einer Branche darstellen, eine wichtige Entscheidungsgrundlagen für eine sachgerechte Urteilsfindung.

Projektbeschreibung der Unternehmensanalyse

Die Unternehmensanalyse für Weingüter basiert auf der kostenfreien kontinuierlichen Zusammenarbeit von z. Z. ca. 300 Unternehmen der Weinbranche. Die Daten des steuerlichen Jahresabschlusses, Ernte- und Bestandsmeldungen, Rebflächen- und Arbeitskräftestruktur fließen in eine einzelbetriebliche Analyse ein, die jedem Unternehmen jährlich zur Verfügung gestellt wird. Den einzelbetrieblichen Daten werden im Rahmen von Betriebsvergleichen die Werte von Vergleichsgruppen gegenübergestellt. Die so ermittelten Benchmarks dienen zum einen als Orientierungswerte für die teilnehmenden Unternehmen. Zum anderen ist der Datenpool, der seit 1992/1993 kontinuierlich erweitert wurde, Grundlage für vielfältige weiterreichende wissenschaftliche Untersuchungen.

Zielsetzung der Unternehmensanalyse

  1. Betriebswirtschaftliche Analyse von weinbaulichen Haupterwerbsbetrieben (überwiegend Familienbetriebe) aller Produktions- und Vermarktungsrichtungen der Weinbaugebiete der alten Bundesländer.
  2. Ökonomische Ausrichtung der Unternehmensführung durch Formulierung von Zielsystemen und Benchmarks (Strategisches Controlling).
  3. Direkte (unmittelbare) Branchenberatung durch die aktive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis (Operatives Controlling).
  4. Indirekte Beratung durch gemeinschaftliche ökonomische Ausrichtung aller beteiligten Institutionen auf Basis der steuerlichen Buchführung.
  5. Kontinuierliche Bereitstellung aktueller Brancheninformationen für die Branche, die Berufsverbände, für die Ausbildung, für die Wissenschaft, für die Beratung, für die Politik und zunehmend auch für Banken.

Untersuchungsmethodik der Unternehmensanalyse

  1. Durchführung und Weiterentwicklung einer standardisierten weinbau-bzw. branchenspezifischen Kennzahlenanalyse (Einzelkennzahlen und Kennzahlensysteme).
  2. Horizontaler Betriebsvergleich der »guten« Betriebe (erfolgreiche 50% einer Gruppe) zur ökonomischen Positionsbestimmung innerhalb der Branche.
  3. Vertikaler Betriebsvergleich zur Beobachtung der einzelbetrieblichen sowie der Branchen-Entwicklung.
  4. Einzelbetriebliche- sowie branchenspezifische Ursachen-Wirkungsanalyse (Kausalanalyse).
  5. Orientierung am »Benchmarking« bzw. der »best-of-Philosophie«, d.h. Orientierung der Unternehmensführung an dem Möglichkeitspotential der Branche und nicht am repräsentativen Querschnitt.

 

 

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D-65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502-0
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